Wer hätte gedacht, dass zwei so unterschiedliche Bezirke sich zu einem so interessanten neuen zusammenfassen lassen. Tempelhof-Schöneberg ist zwar kein homogener Bezirk, aber das will er auch gar nicht sein. Es ist ein lebendiger Bezirk zwischen zentraler Urbanität und randstädtischer Idylle.
Tempelhof, das sich aus ländlichen Gemeinden zu einem modernen, großstädtischen Wohn- und Indu-striebezirk entwickelt hat, steht mit seinen über 8.000 Gewerbebetrieben, unter denen sich namhafte internationale Großunternehmen finden, für Industriestandort. Der Name Schöneberg dagegen steht mit seinen vielen bunten facettenreichen Einrichtungen für Dienstleistungsstandort. Und genau dieses spiegelt auch die Bündnisarbeit und die durch sie geförderten Projekte wider.
Das ehrgeizige Leitbild, das der Bezirk für seine Bündnisarbeit entwickelt hat, hat bis jetzt nichts an Aktualität eingebüßt und ist Motivation und Motor für die Bündnisarbeit geblieben:
Tempelhof-Schöneberg, der wirtschaftsfreundliche Bezirk, der ein neues Integrationskonzept entwickelt und Chancen für die Jugend bietet!
Die Ziele der Bündnisarbeit und die Akteure in den Bezirken unterscheiden sich sicher nur marginal, denn auch hier tagt ein Steuerungsausschuss, bestehend aus Bezirksbürgermeister, den Stadträt/innen, den Beauftragten für Frauen, Integration und Behinderte, der Agentur für Arbeit, dem JobCenter, den Kammern, der SPI Consult GmbH und der Wirtschaftsberatung und - förderung. Deshalb wird darauf verzichtet, die Ziele an dieser Stelle im Einzelnen vorzustellen. Interessanter könnte es sein, auf Besonderheiten in der Bündnisarbeit von Tempelhof-Schöneberg einzugehen. Die zeigen sich vor allem an den sehr bezirksspezifischen Projekten.
Das Bezirkliche Bündnis für Wirtschaft und Arbeit Tempelhof-Schöneberg hatte Anfang diesen Jahres die spannende Aufgabe, die Berliner Bündnisse in Wien beim "Third OECD Forum Meeting" vertreten zu dürfen. Thema der Konferenz waren horizontale (lokale) und vertikale (internationale/nationale) Partnerschaften. Tempelhof-Schöneberg hat in seinem Bündnis zwei erfolgreich arbeitende Unternehmensnetzwerke, die die Bedingungen für eine gute horizontale Zusammenarbeit weitgehend erfüllen. Das sind zum einen das "Unternehmensnetzwerk Motzener Straße" und zum anderen der "Medienstandort Potsdamer Straße". Sie sind gekennzeichnet durch ein fundiertes gemeinsames Anliegen der Unternehmen in einem abgegrenzten lokalen Gebiet mit entsprechender Beratung und den "richtigen" Akteur/innen. Beide Projekte werden im folgenden auch vorgestellt.
Für die Bündnisarbeit im Bezirk hat sich die Teilnahme an der Konferenz gelohnt. Zum einen war es wichtig zu sehen, wie die europäischen Nachbarn arbeiten, zum anderen sind Anregungen für die eigene Arbeit eingeflossen. Da die Bündnisarbeit ein sich fortschreibender, den Gegebenheiten anpassender, Prozess ist, stellt sich auch im Bezirk Tempelhof-Schöneberg die Frage, wie die Zusammenarbeit von sektorübergreifenden und auf verschiedenen politischen Ebenen verankerten lokalen Bündnissen verbessert werden kann.
Es wäre sicher vermessen zu sagen, dass die Bündnisziele erreicht wurden. Aber die kontinuierliche Bündnisarbeit hat eines mit Sicherheit geschaffen: ein großes funktionierendes Netzwerk mit den unterschiedlichsten Akteur/innen, die mit ihrer Arbeit und ihren Projekten das "Bezirksklima" in vielerlei Hinsicht entscheidend verbessern.

