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Innovationslabor und partnerschaftliche Metropolregion hautnah

Eine Exkursion der BBWA Geschäftsstellen nach Nürnberg

21.12.2018

Von anderen lernen, war das zentrale Anliegen der zwanzigköpfigen Gruppe, die sich Mitte Dezember für zwei Tage von Berlin nach Nürnberg auf den Weg machte. An der Exkursion beteiligt waren Vertreter*innen der Geschäftsstellen von zehn Berliner Bündnissen für Wirtschaft und Arbeit (BBWA) sowie der zuständigen Senatsverwaltung und der zgs consult. Ziel war, das offene Innovationslabor JOSEPHS zu erkunden und am zweiten Tag mehr über die Struktur und die Aktivitäten der Metropolregion Nürnberg als freiwilliger Zusammenschluss regionaler Akteur*innen zu erfahren.


Mitwirkung im Innovationslabor JOSEPHS®

Soziale Innovation ist eine zentrale Anforderung der BBWA Förderprogramme. Seit geraumer Zeit beschäftigen sich die Vertreter*innen der BBWA-Geschäftsstellen deshalb mit diesem komplexen Thema. Das besondere Interesse gilt dem Prozess der Entstehung von neuen sozialen Praktiken, die praxistaugliche Lösungen für bezirkliche Herausforderungen und verbesserte Lösungen für lokale Probleme bieten können. Um einen ersten Einblick in das Selbstverständnis und die Strukturen von Innovationslaboren zu bekommen, hatten die BBWA-Akteur*innen bereits Mitte des Jahres ein Labor für soziale Entrepreneure im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg besucht. Das Interesse an dieser neuartigen Form von Kooperation, Partizipation und kreativen Entwicklungsprozessen war geweckt.

Das Innovationslabor JOSEPHS in der Nürnberger Innenstadt war ein nächster Schritt, um ein weiteres der vielfältigen Beispiele für Innovationslabore kennen zu lernen.

Das Labor, das 2017 in einem bundesweiten Innovationswettbewerb als besonderer Ort ausgezeichnet wurde, bietet Unternehmen kreativ gestaltete Räume, um Besprechungen und Veranstaltungen durchzuführen. Hauptattraktion des Labors sind jedoch die regelmäßig wechselnden Themenwelten, im Rahmen derer die Besucher*innen neue Konzepte, Prototypen und Ideen von Unternehmen testen und mit eigenen Ideen weiterentwickeln können. Die qualitativen Rückmeldungen zu den Produkten und Dienstleistungen werden vom Innovationslabor erhoben und mit Projektabschluss analysiert, ausgewertet und den Unternehmen für die nächsten Schritte ihres Innovationsprozesses zur Verfügung gestellt.

Die Themenwelt des JOSEPHS im Dezember lautete „intelligent & digital“. Bei der Führung durchs Labor erkundeten die BBWA-Vertreter*innen fünf Forschungsinseln zu unterschiedlichen Produkten und Dienstleistungen der Zukunft. So wurde beispielsweise mittels interaktiver Programme erfahrbar, inwieweit künstliche Intelligenz das Arbeitsleben der Zukunft verändert. Weiterhin konnten die Besucher*innen mit Virtual Reality-Headsets einen Nachbau der Nürnberger Kongresshalle virtuell begehen und auf einer Sportinsel neue, interaktive Übertragungsmöglichkeiten von Fußballspielen erproben.

An allen Inseln erfasste eine wissenschaftliche Assistentin des Labors die Rückmeldungen, Verbesserungsvorschläge und neuen Ideen der Gruppe zu den Produkten, Dienstleistungen und innovativen Ansätzen. Der ungewöhnliche Ort inspirierte einige Teilnehmer*innen der Exkursion abschließend zu einem Austausch, inwieweit die kreative Gestaltung der Räumlichkeit, die zu erforschenden Inseln und die Möglichkeit zur Partizipation der Besucher*innen auf die Bündnisarbeit und die besondere Herausforderung der Entwicklung von innovativen und bedarfsorientierten Projektansätzen auf die Berliner Bezirke übertragbar sein könnte.

Gemeinschaft als oberstes Prinzip der Metropolregion Nürnberg

Am zweiten Tag der Exkursion erlebten die Vertreter*innen der BBWA und der Senatsverwaltung beim Besuch der Metropolregion Nürnberg eindrücklich, welche Wirkung eine gemeinschaftlich getragene Strategie entfalten kann. 23 Landkreise und 11 kreisfreie Städte arbeiten seit 2005 für das Projekt Metropolregion Nürnberg partnerschaftlich zusammen. Gemeinsam begegnet das Netzwerk, so erläuterte die Geschäftsstellenleiterin der Nürnberger Allianz in ihrem Vortrag, den Herausforderungen, die das wachsende Europa allen Akteur*innen der Region abverlangt.

Die Akteur*innen des Nürnberger Bündnisses sind u.a. die Bürgermeister*innen der Städte und Landkreise der Region, mehr als 150 Betriebe sowie Vertreter*innen aus Wissenschaft, Kultur und Verwaltung. Der Vortrag erläuterte die Struktur des Bündnisses und die besondere Vorgehensweise zur Einbeziehung und langfristigen Motivation aller Akteur*innen. Die Allianz ist getragen von einer starken Vision („Heimat für Kreative“) und fünf strategischen Zielsetzungen. Spielregeln wie Freiwilligkeit, Augenhöhe und Stadt-Land-Partnerschaft sind weitere Erfolgsfaktoren für die nachhaltige Zusammenarbeit. Die gemeinsame Willensbildung erfolgt über den Steuerungskreis des Vereins Europäische Metropolregion Nürnberg, der von zwei Organen, dem Rat und der Wirtschaft der Metropolregion, personell besetzt und unterstützt wird.

Um kontinuierlich neue Partner*innen zu gewinnen, setzt die Metropolregion eine Vielzahl von Projekten zugunsten der regionalen Wirtschaft um. So gibt es z. B. eine Imagekampagne, die die wirtschaftlichen Stärken und Innovationskraft der Region kommuniziert. Eine Allianz pro Fachkräfte entwickelt den Bestand an Fachkräften weiter und kommuniziert die positiven Beschäftigungsperspektiven der Region. Ebenso wird eine Willkommenskultur mit umfassendem Serviceangebot für zuziehende Fachkräfte und ihre Familien etabliert.

Die Kooperationsbereitschaft, Strategie und Schaffenskraft der Nürnberger Allianz hinterließ Eindruck bei den Berliner Gästen. Überhaupt erhielten die BBWA-Akteur*innen an beiden Tagen eine Vielzahl von Anregungen zu den Themen Innovation und Bündnisarbeit. Neben den fachlichen Inputs waren die überbezirkliche Vernetzung und der Austausch der Exkursions-Teilnehmenden äußerst fruchtbar. Die Erfahrungen der Nürnbergfahrt werden im Rahmen des nächsten Treffens der Geschäftsstellen im Januar 2019 zusammengetragen und im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Bündnisse diskutiert.

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